Was kostet ein Treppenlift?

Ein Treppenlift ist in der Regel eine größere Investition, die wohlüberlegt sein will. Die Kosten für einen Treppenlift sind von vielen verschiedenen Faktoren abhängig, die sich aus den baulichen Gegebenheiten und den individuellen Anforderungen an den Lift ergeben. Zudem gibt es unterschiedliche Möglichkeiten der Förderung und Finanzierung, die Sie kennen sollten.
Die in der nachfolgenden Tabelle angezeigten Preisspannen für individuell angepasste Anlagen über eine Etage geben nur einen ungefähren Kostenrahmen an und sind keine verbindliche Auskunft. Die Preise sind je nach Anbieter und Ausführung des Treppenlifts sehr unterschiedlich und sollten stets unter Berücksichtigung zusätzlicher Leistungen wie Beratung, Montage, Probefahrt, Service und Garantien verglichen und bewertet werden.

Eine Treppenlift-Preisübersicht zur ersten Orientierung

Lifttyp

Treppenart

Bereich

Preisspanne

Sitzlift

gerade Treppe

im Haus

€ 3.950 bis € 6.950

Sitzlift

Kurventreppe über 1 Etage

im Haus

€ 8.500 bis € 15.000

Sitzlift

gerade Treppe

Außen-, Gartentreppe

€4.000 bis € 7.500

Sitzlift

Gerade Treppe

im Haus

€ 3.950 bis € 6.950

Sitzlift

Kurventreppe über 1 Etage

im Haus

€ 8.500 bis € 15.000

Sitzlift

Gerade Treppe

Außenbereich

€ 4.500 bis € 7.500

Wie stellt sich der Preis für einen neuen Treppenlift zusammen?

Die Kosten für einen Treppenlift werden von vielen verschiedenen Faktoren beeinflusst, daher kann man keine Pauschalpreise benennen. Da spielen natürlich bauliche Voraussetzungen eine Rolle, aber vor allem sind es individuelle Erwartungen und Wünsche an den Treppenlift, die den Gesamtpreis bestimmen.
Zu den gegebenen festen Faktoren gehören somit der Ort (Innen- oder Außenbereich), der Treppenverlauf (Form) und die Länge der Schienen (bestimmt durch Höhe und Anzahl der Etagen). Variable Faktoren wären das gewählte Treppenlift-Modell und die individuelle Ausstattung (bspw. automatischer oder manueller Drehsitz), das Schienensystem (Die Schienenart ist meist an das Modell gekoppelt).

Treppenliftanbieter suchen daher vor einer verbindlichen Angebotsabgabe ein persönliches Gespräch mit den Interessenten, um im Rahmen einer Prüfung vor Ort und einer unverbindlichen Beratung den individuellen Angebotspreis seriös bestimmen zu können.

Wie kann ich meinen Treppenlift bezahlen?

Natürlich können Sie einen Treppenlift ganz normal per Bank-Überweisung bezahlen. Meist ist eine Zahlung des Gesamtbetrages nach Einbau und Abnahme fällig.

 

Praktisch: Ratenzahlung über Ihren Treppenlift-Anbieter?

Je nach Treppenlift-Anbieter sind individuelle Ratenzahlungen in Form einer Finanzierungsvereinbarung möglich. In diesem Falle werden neben einer Anzahlung die weiteren monatlichen Zahlungen entsprechend eines abgestimmten Finanzierungsplans fällig. Dieser kann auf Ihre individuelle Finanzsituation angepasst werden. Fragen Sie Ihren Treppenlift-Anbieter nach einer solchen Option!

 

Bewährt: Finanzierung über die eigene Bank

Sie können natürlich auch mit Ihrer Hausbank eine Finanzierung vereinbaren. Ihre Bank kennt Sie bereits als Kunden und würde Ihnen ebenfalls eine individuelle Ratenzahlung anbieten. Der Einbau eines Treppenlifts gilt übrigens als „Wohnumfeld verbessernde Maßnahme“ und wird von vielen Kreditinstituten besonders unterstützt. Fragen Sie nach und vergleichen Sie das Ihnen unterbreitete Angebot auch mit anderen regionalen Banken.

 

Speziell für den Treppenlift-Kauf: zinsgünstige Darlehen

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW hat eine besondere Initiative, welche auch auf den Einbau eines Treppenlifts Anwendung findet. Das Programm „159 Altersgerecht Umbauen“ bietet zinsgünstige Darlehen zum Zwecke der Wohnungsanpassung hin zu barrierefreiem Wohnen an. Bei einem effektiven Zinssatz ab 0,75 % p. a. können Sie Ihren Treppenlift-Kauf sogar zu 100 % finanzieren.

Des Weiteren sind Länder, Regionen und Städte sehr daran interessiert, das barrierefreie Wohnen und Leben durch Wohnungsbauförderprogramme zu unterstützen. Diese beinhalten z. B. zinsgünstige Darlehen zur Förderung von barrierefreien, behindertengerechten oder altersgerechten Umbauten. Je nach Region oder Land gibt es zudem Zuschüsse und Einmalzahlungen, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Fragen Sie ggf. Ihren Treppenlift-Experten im Beratungsgespräch. Dieser sollte sich mit den regionalen Möglichkeiten einer Förderung auskennen und Sie beraten können. 

Außergewöhnliche Belastung: steuerliche Absetzbarkeit des Treppenlifts

Sie können Ihren Treppenlift steuerlich geltend machen. Der Einbau eines Treppenlifts kann als außergewöhnliche Belastung in Ihrer Steuerklärung angeben werden. Laut eines Urteils des Bundesfinanzhofes aus dem Jahr 2014 bedarf es keines amtsärztliches Gutachtes, um die Ausgaben eines Treppenlifts vor dem Finanzamt zu begründen. Der BFH entschied, dass ein Treppenlift kein Gebrauchsgegenstand des täglichen Lebens ist und somit kein „medizinisches Hilfsmittel im weiteren Sinne“. Vielmehr handelt es sich beim Treppenlift um ein „medizinisches Hilfsmittel im engeren Sinne“, das ausschließlich von Kranken und Behinderten angeschafft wird. Um die medizinische Notwendigkeit nachzuweisen, reicht ein normales ärztliches Gutachten aus. Sprechen Sie Ihren Hausarzt darauf an. Der Zeitpunkt der ärztlichen Bescheinigung ist übrigens irrelevant, wichtig ist allein, dass der Treppenlift beim Einbau medizinisch notwendig war. 

Personen mit Pflegegrad 4 oder 5 oder einer Behinderung können übrigens den Treppenlift auch ohne medizinischen Nachweis von der Steuer absetzen. Meist liegen die Kosten für den Treppenlift-Einbau über dem Behinderten-Pauschbetrag, der sich nach dem Grad der Behinderung richtet. Daher können Sie die Kosten als außergewöhnliche Belastung ergänzend in Ihrer Steuererklärung angeben. 

 

Treppenlift-Folgekosten

Die Kosten werden nicht direkt von der Krankenkasse übernommen, sondern, je nach Sachlage, würde die Pflegekasse Ihrer Krankenkasse einen festgesetzten Zuschuss gewähren, der den Kaufpreis für Sie erheblich senken kann. Als Voraussetzung muss ein Pflegegrad 1 oder höher vorliegen.
Lesen Sie im Abschnitt „Förderungsmöglichkeiten“ nach, welche Voraussetzungen Sie erfüllen müssten und wie der genaue Ablauf zur Beantragung Schritt für Schritt ist. Ihr Treppenlift-Berater ist zu diesem Thema Ihr verlässlicher Ansprechpartner, da er sich mit allen gesetzlichen Voraussetzungen genau auskennen sollte.

Tatsächlich hat man zunächst nur die recht hohen Anschaffungskosten im Blick bei der Entscheidung für einen Treppenlift. Berücksichtigen Sie aber ebenfalls die laufenden Pflege-, Betriebs- und Wartungskosten. Gerade der Wartung und, je nach Alter des Treppenlifts, eventuellen Reparaturen sollte ein kleineres, jährliches Budget eingeräumt werden.

 

Die Betriebskosten eines Treppenlifts

Diese fallen wenig ins Gewicht und beschränken sich auf einen geringen Stromverbrauch, vergleichbar mit den Kosten für eine 60-Watt-Birne. Moderne Liftanlagen verfügen in der Regel über aufladbare Akkus, um auch den Notfall-Betrieb bei einem Stromausfall zu gewährleisten. Strom wird ansonsten nur verbraucht, wenn der Treppenlift in Betrieb ist, im Stillstand verbraucht er keinen Strom.

 

Die Pflegekosten eines Treppenlifts

Treppenlifte sind meist recht robust und genügsam. Je nach Verschmutzungsgrad reicht das Wischen mit dem feuchten Tuch oder Absaugen mit dem Staugsauger. Es müssen keine teuren Pflegeprodukte angeschafft werden.

 

Die Wartungskosten eines Treppenlifts 

Durch eine jährliche Wartung werden Sicherheit und Funktionalität Ihres Treppenlift gewährleistet. Bitte achten Sie beim Kauf Ihres Treppenlifts darauf, dass Ihr Anbieter auch für den Wartungs- und Reparaturservice zur Verfügung steht. Denn er kennt sich mit Ihrem Treppenlift und seinen Eigenschaften am besten aus. Zudem ist in den ersten Jahren die Sicherstellung der Garantie zu beachten, die oft nur bei regelmäßiger Wartung greift.

 Schließen Sie im besten Falle direkt eine Wartungsvertrag mit Ihrem Anbieter ab und schauen Sie genau darauf, was ein solcher beinhaltet. Üblicherweise kümmert sich ein Techniker einmal pro Jahr um die Prüfung der Steuerung und Elektronik, Mechanik, Sicherung, Fernsteuerung und Akkus. Kleinere Verschleißteile werden ggf. ausgetauscht. Zudem führt er eine gründliche Inspektion der Bedienelemente auf ihre Funktionalität durch. Auch Sitz, Lehnen, Fußstützen und Sicherheitselemente werden einer gründlichen Prüfung unterzogen. Die Kosten für einen Wartungsvertrag liegen in der Regel zwischen € 190,00 und € 300,00 pro Jahr und sind abhängig von Umfang der gebotenen Leistungen.